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 Bürgerinitiative "im blauen Sessel" Ravensburg
 
 

familien-bande


Guten Abend meine Damen und Herren,
liebe Gäste, Salonbesitzer und Freunde,

wir haben das Thema „familien – bande“ gewählt, weil Familie eben nicht die selbstverständlichste Sache der Welt ist, sondern zu einer subtilen, fragilen Verbindung geworden ist, ja zu einer riskanten Lebensform.

Jede Familie bindet ihre Mitglieder von klein auf an Regeln und Werte,  ihre  Regeln und Werte, die gegenseitig Vertrauen und Sicherheit schaffen sollen. Doch der Einzelne, auch Kinder und Enkel -  werden mehr und mehr durch Faktoren außerhalb der Familie beeinflusst, von anderen Regeln, anderen Werten aus anderen Familien, den Medien und mit zunehmender Globalisierung anderen Kulturkreisen.

Angesichts technischer und medizinischer Fortschritte, einem Aufbruch von Sexualität, sowie ökologischem und international enormen gesellschaftlichem Wandel - quälen sich junge Menschen, um die Entscheidung, - eine eigene Familie zu gründen.

Vorsorgliche Eltern eröffnen bereits zur Geburt  ihren Töchtern ein Sparbuch. - Für die Scheidung. Denn so die Töchter junge Frauen geworden - und sich eigens der Familie widmen, - sollen sie nach einer Trennung nicht mittellos dastehen. 

In einer Talkshow im Fernsehen erklärten attraktive, intelligente, junge Männer ihre Furcht, - von Frauen gezielt als Erzeuger benutzt zu werden, dem später das Kind verschwiegen wird, und die Chance verweigert, zum eigenen Kind eine Verbindung aufzubauen.

Lassen Sie mich ein Zukunftsbild zeichnen.

Stellen wir uns vor, die medizinische und technische Entwicklung rast weiter voran. Auch die Ökologische. Dann wird vielleicht im Jahr 2010 unsere Regierung jeder Mutter für ihr neugeborenes Kind das Kopfgeld von 5000.- Euro aussprechen. Das kann natürlich nur für deutsche Kinder gelten.

Ab dem Jahr 2015 würde einer Gebärenden zusätzlich das Haus eines vergreisten Menschen überschrieben. - Und für weitere Kinderwünsche darf sie zur Befruchtung ein Samen wählen, der im Erbgut des späteren Kindes ein Aussehen verspricht, das dem persönlichen Idol der Mutter ähnelt.

Weil diese Zugeständnisse nicht ausreichen, entstehen im Jahr 2020 Heime, in denen im Reagenzglas gezeugte Kinder heranwachsen. Die gehören dann der Allgemeinheit, weil wir Steuerzahler brauchen, Rentenzahler, Manager-Bezahler, Organspender ...

Was werden das wohl für Kinder?, - werden Sie sich fragen. So ohne Zuwendung einer Familie, Berührung und Zärtlichkeit.

Vertrauen wir der Wissenschaft.  Vertrauen wir Wirtschaft und Technik.  An der wieder aufwärts strebenden Börse werden Unternehmen ein Renner sein, die  Streichelmaschinen produzieren. Maschinen, in die man - wie auf einer Sonnenbank liegend, sich berühren, umarmen, streicheln lässt - und für einen kleinen Aufpreis selbstverständlich – von einer Art Lippen verwöhnen lassen kann. Bei all diesen Anstrengungen wird nicht aufzuhalten sein, dass unser menschliches  Gefühls-System verkümmert. Ohne Gefühl, kein Mitgefühl ....

Doch beenden wir diesen gedanklichen Ausflug.

Ich komme zum Schluss und zurück zu unseren „familien – banden“. Wo sich Fragenberge aufgehäuft haben. Kann bei diesen rasenden Entwicklungen und den massiven Eindrücken von außen, überhaupt  Identität  des Einzelnen und Familie vereinbart werden? Und - wie stark oder elastisch sollten Familienbande sein, dass sie nicht nur schmückendes Schleifchen sind, - zerreißen, - eine Fessel oder wie ein Strick um den Hals liegen?

„Familie sollte ein Netz sein“, schreibt der Philosoph Dieter Thomä. „Ein Ort, wo man sich fallen lassen kann ohne fallen gelassen zu werden. Wo man sich nicht behaupten oder durchkämpfen muss, sondern mitwirken kann und mitwirken sollte.“

Wie aber, wenn jemand in die Welt geworfen ist und Mitglieder des eigenen Netzes gar nicht kennt. Sich durch Löcher aus Schweigen, Feindschaft, Kränkung oder Unwissenheit hangeln und sich ein Netz erst knüpfen muss?

Von diesen Familienbanden wird in den zehn Salons zu hören sein. Ich möchte Ihnen vom blauen Sessel -Team und uns allen zusammen einen anregenden Abend wünschen.


Karin Nowak

 

 

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